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KI-Modus von Google: offizielle Website oder Händler?

Google testet im KI-Modus einen Bereich für die offizielle Website. Im Export heißt das nicht, dass der Hersteller gewinnt, und manchmal ist das richtig so.

Im Exportgeschäft ist die offizielle Website des Herstellers oft die schlechteste Antwort, die der KI-Modus von Google einem Einkäufer geben kann. Das klingt schief in einer Woche, in der Google ankündigt, im KI-Modus einen eigenen Bereich für die offizielle Website zu testen. Es stimmt trotzdem. Wer im Ausland über Importeure und Fachhändler verkauft, hat oft gar nicht die Seite, die das Problem des Kunden löst, und ein System, das das erkennt, macht seine Arbeit richtig.

Die kurze Antwort lautet also: Nein, im KI-Modus gewinnt nicht automatisch die offizielle Website, und Google hat nirgends geschrieben, dass sie es tun wird. Die gegenteilige Annahme hält sich dennoch. Sie lässt sich Stück für Stück prüfen, und zwar zuerst an der Stelle, die Exporteure am meisten beschäftigt.

Händler, Ex-Händler, Graumarkt oder Konkurrenz

Ein angenommener Fall: Ein Hersteller von Spanntechnik aus Baden-Württemberg verkauft in Frankreich über einen Importeur in Lyon. Ein Einkäufer in Grenoble fragt auf Französisch, wer in seiner Region Nullpunktspannsysteme liefert. In der Antwort steht der Importeur, nicht der Hersteller. Ob das ein Problem ist, hängt davon ab, wer genau genannt wird. Es gibt vier Möglichkeiten:

  • Ihr aktueller, autorisierter Vertriebspartner, korrekt beschrieben und mit Ihrem Namen verbunden. Der Auftrag läuft über den Kanal, den Sie aufgebaut haben.
  • Ein ehemaliger Händler, dessen alte Seiten Ihr Programm noch zeigen. Der Einkäufer ruft bei einer Firma an, die Sie nicht mehr vertritt und vielleicht inzwischen einen Wettbewerber führt.
  • Ein nicht autorisierter Anbieter oder ein Marktplatzeintrag, mit Preisen und technischen Daten, die niemand prüft.
  • Der Händler eines Wettbewerbers, empfohlen für die Kategorie, während Ihr Name gar nicht fällt.

Wie oft Ihre eigene Domain auftaucht, verrät nichts davon. Entscheidend ist, welches Unternehmen in jedem Markt genannt wird und ob es das richtige ist.

Was Google zum KI-Modus tatsächlich angekündigt hat

Die Quelle ist ein Beitrag im Google-Blog, More ways to connect with the web from Search, veröffentlicht am 15. Oktober 2026 von Hema Budaraju, Vice President Product Management. Neben mehreren Neuerungen für den KI-Modus und die AI Overviews beschreibt er einen Test: einen eigenen Bereich oben in der Antwort, der offizielle Links hervorhebt und zu jedem Link kurz erklärt, wofür er nützlich ist.

Begründet wird das damit, dass es manchmal nur ein oder zwei offizielle Orte im Web gibt, um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen oder eine exakte Information zu finden. Mehr Definition gibt es nicht. Der Beitrag sagt weder, in welchen Ländern und Sprachen der Test läuft, noch welche Suchanfragen ihn auslösen, noch wie Google entscheidet, dass eine Seite offiziell ist. Es ist ein Test, kein Rollout.

„Offiziell“ bezeichnet in diesem Text den Ort, an dem man eine Aufgabe erledigt. Von Herstellern, Marken oder Produktkategorien ist keine Rede. Wer Ihnen erklärt, der Test bevorzuge Markenseiten gegenüber Händlern, liest etwas in die Quelle hinein, das dort nicht steht.

Offiziell ist für den Einkäufer, wer ihm ein Angebot macht

Der Einkäufer in Grenoble braucht ein Angebot in Euro mit Lieferzeit, einen Servicetechniker, der Französisch spricht, und Ersatzteile auf Lager in Frankreich. Die Website in Baden-Württemberg mit dem Katalog auf Deutsch und Englisch bietet ihm nichts davon. Der Importeur schon.

Viele Hersteller sagen das selbst: Die Produktseite endet mit dem Hinweis, sich an den zuständigen Vertriebspartner zu wenden, und die Händlersuche nennt einen Namen und eine Telefonnummer. Ein System, das Menschen dorthin schickt, wo eine Aufgabe erledigt wird, hätte gute Gründe, den Einkäufer nach Lyon weiterzuleiten. Ob Googles Test so arbeitet, weiß außerhalb von Google niemand.

Ihre Marke steht selten in der Frage

Ein Etikett für die offizielle Website ergibt nur bei Fragen Sinn, die sich auf ein bestimmtes Unternehmen beziehen. Kauffragen in Exportmärkten nennen meist eine Kategorie und einen Ort, keinen Namen. Wo Ihre Marke nicht in der Frage steht, gibt es auch keine offizielle Website von Ihnen hervorzuheben. Die Antwort nennt, wer in diesem Markt dokumentiert ist: meistens der Händler, mit Seiten in der Landessprache, lokaler Adresse und Einträgen in regionalen Verzeichnissen. Das allgemeine Muster beschreibt Die Wettbewerber, die die KI an Ihrer Stelle nennt. Im Export kommt hinzu, dass der Name an Ihrer Stelle der Ihres eigenen Partners sein kann.

Die Sprache verstärkt das. Eine Antwort auf Französisch stützt sich auf Texte, die zu einer französischen Frage passen. Sind die einzigen französischen Seiten zu Ihrem Produkt die des Importeurs, findet und verdichtet das System genau diese. Das ist ein Mechanismus, keine Messung, und wie stark er wirkt, hängt vom Assistenten und von der Frage ab.

Das Impressum als Prüfwerkzeug

Deutsche Unternehmen haben ein Werkzeug, das sie selten so nutzen: die Impressumspflicht. Jede geschäftsmäßige Website in Deutschland muss den Anbieter mit Namen, Rechtsform und Anschrift nennen, meist auch mit Registergericht und Registernummer. Taucht in einer Antwort eine deutsche Händlerseite auf, klärt ein Blick ins Impressum in Sekunden, ob es Ihr Vertriebspartner ist, ein früherer oder ein Unbekannter. Im Ausland gibt es oft vergleichbare Pflichtangaben, etwa die „mentions légales“ in Frankreich.

Umgekehrt hilft es, wenn Ihre Händlersuche jeden Partner mit genau der Firmierung führt, die in seinem eigenen Impressum steht, und nicht mit einem Kurznamen aus dem Vertrieb. Zwei Quellen, die dasselbe Unternehmen gleich benennen, lassen sich leichter zusammenführen als zwei mit unterschiedlichen Handelsnamen.

Die Quelle prüfen, Markt für Markt

Die sinnvolle Reaktion auf den Test ist nicht, auf ein Etikett neben Ihrer Domain zu warten, sondern festzuhalten, wohin die Antworten in jedem Exportmarkt verweisen:

  • Formulieren Sie fünf bis zehn Kauffragen in der Landessprache ohne Ihre Marke und drei oder vier mit ihr.
  • Stellen Sie sie dort, wo Ihnen der KI-Modus zur Verfügung steht, und notieren Sie jedes genannte Unternehmen und jeden zitierten Link.
  • Ordnen Sie jedes Unternehmen einer der vier Gruppen zu, mit dem Impressum als Beleg.
  • Wiederholen Sie dieselben Fragen zwei Wochen später. Eine einzelne Antwort ist eine Stichprobe von eins, und Antworten ändern sich von Lauf zu Lauf.

Danach arbeiten Sie an den Quellen, nicht an einer Platzierung. Autorisierte Partner nennen Sie auf ihren Seiten als Hersteller und geben ihr Vertriebsgebiet an. Frühere Partner bitten Sie schriftlich, Seiten zu Ihrem Programm zu aktualisieren oder zu entfernen. Nichts davon garantiert, was eine Antwort sagt. Es macht die aktuelle Fassung der Fakten leichter auffindbar als die veraltete.

Was PSentry misst und was nicht

PSentry stellt Kauffragen je Sprache und Markt an ChatGPT, Claude, Gemini und Perplexity, zweimal im Monat, und hält fest, welche Wettbewerber und welche Quellen jede Antwort nennt. Damit sehen Sie, ob die französischen Antworten Einkäufer zu Ihnen, zu Ihrem Importeur oder zum Partner eines anderen schicken.

Den KI-Modus liest PSentry nicht. Gemini, das wir abfragen, ist eine eigene Oberfläche mit eigenem Verhalten, wie in Gemini ist nicht Google AI Mode erklärt. Für den KI-Modus bleibt die manuelle Prüfung oben der ehrliche Weg.