Zurück zum Blog ChatGPT hat eine Woche lang keine UTM-Parameter gesetzt

ChatGPT hat eine Woche lang keine UTM-Parameter gesetzt

Vom 8. bis 16. Oktober 2026 kamen Klicks aus ChatGPT ohne UTM-Parameter an und landeten unter „Direct“. Was belegt ist und warum Matomo dieselbe Lücke zeigt.

Ist der ChatGPT-Traffic im Oktober eingebrochen? So sah es am 9. Oktober 2026 in vielen GA4-Berichten aus: Die Zeile ChatGPT schrumpfte, die Zeile „Direct“ wuchs um ungefähr denselben Betrag. Die Besucher waren aber nicht weg. Weg waren die UTM-Parameter von ChatGPT. Links aus den Antworten kamen ohne utm_source=chatgpt.com an, die meisten Klicks zudem ohne Referrer. Ohne beides hat ein Besuch keinen Absender, also verbuchte die Analyse ihn als direkt. Zwischen dem 15. und 16. Oktober kamen die Parameter zurück. Die Sitzungen dazwischen blieben, wo sie gelandet waren.

Matomo, etracker und die deutsche Datenschutzpraxis

Viele deutsche Unternehmen messen gar nicht oder nicht nur mit GA4. Wegen DSGVO und TDDDG laufen auf zahlreichen Websites selbst gehostetes Matomo oder etracker, oft ohne Cookies und mit gekürzten IP-Adressen. Das schützt nicht vor der Oktober-Lücke. Auch diese Werkzeuge erkennen einen ChatGPT-Besuch nur am UTM-Parameter oder am Referrer. Fehlt beides, bleibt ein direkter Einstieg, genau wie in GA4.

Wer parallel misst, sieht den Effekt sogar deutlicher. Ein Werkzeug ohne Einwilligungspflicht zählt mehr Besuche als ein GA4 hinter dem Cookie-Banner, und der Sprung im Direktkanal fällt dort zuerst auf. Prüfen Sie also beide Systeme für denselben Zeitraum und vermerken Sie die Woche in beiden. Wenn Ihr Monatsbericht an die Geschäftsführung geht, gehört ein Satz zur Oktober-Lücke hinein, bevor jemand aus der kleineren ChatGPT-Zeile falsche Schlüsse zieht.

Was zu den UTM-Parametern von ChatGPT belegt ist

Von OpenAI dokumentiert: Das Hilfecenter für Publisher schreibt, dass ChatGPT utm_source=chatgpt.com an die URLs hängt, die es weitergibt. Darauf beruht fast jede GA4-Einrichtung für KI-Traffic, auch die in ChatGPT- und Perplexity-Traffic in GA4 erkennen. Diese Anleitung gilt weiter und funktionierte wieder, sobald die Parameter zurück waren.

Von der Fachpresse berichtet: Search Engine Roundtable am 14. Oktober, Search Engine Journal am 15. Oktober, jeweils auf Grundlage von Daten aus der Praxis. Das Bild ist stimmig. Links im Antworttext verloren den Parameter, Links im Quellenbereich behielten ihn meistens. Der Beginn liegt zwischen dem 8. und 9. Oktober, als GPT-6 mit einer neuen Antwortdarstellung alle Tarife erreichte.

Nicht öffentlich bestätigt: dass es ein Fehler war. Das schrieb am 15. Oktober ein Mitarbeiter von Adobe, der diesen Traffic verfolgt, unter Berufung auf eine private Auskunft von OpenAI. OpenAI selbst hat sich öffentlich nicht geäußert, und die Release Notes der ersten Oktoberhälfte erwähnen keine Links.

Das Datum reicht für eine Anmerkung im Bericht. Die Ursache nicht. Und die Lücke bleibt: Die Rückkehr der Parameter ordnet die Sitzungen der Vorwoche nicht neu zu. Im Oktober 2027 zeigt der Jahresvergleich deshalb einen Rückgang, der nur buchhalterisch ist. Im Direktkanal stecken ohnehin Lesezeichen, eingetippte Adressen und Links aus E-Mails oder Preislisten im PDF. Herauslösen lassen sich die fehlgeleiteten Besuche nachträglich nicht, auch nicht mit Filtern auf Landingpages oder Uhrzeiten.

Die eigentliche Grenze hat mit Parametern nichts zu tun. Eine Sitzung entsteht nur, wenn jemand klickt. Ein Assistent kann Ihr Unternehmen einem Einkäufer nennen, der danach anruft, Ihrem Vertreter schreibt oder am nächsten Tag Ihren Namen in die Suchmaschine eingibt. Nichts davon erscheint je in der Zeile ChatGPT. Genannt werden und einen Besuch bekommen sind zwei verschiedene Ereignisse. Was ein Sichtbarkeitswert über das erste aussagt und was nicht, steht in Was ein AI-Visibility-Score misst.

Das erste Ereignis misst man, indem man die Antworten selbst liest. Das tut PSentry: Es stellt ChatGPT, Claude, Gemini und Perplexity zweimal im Monat die Fragen Ihrer Branche, in jeder Sprache, in der Sie verkaufen, und hält fest, ob Ihre Marke genannt wird. Es braucht weder Parameter noch Referrer. Wie viele Besuche eine Antwort ausgelöst hat, kann es Ihnen allerdings nicht sagen; dafür bleibt die Webanalyse zuständig. Beide Messungen beantworten verschiedene Fragen, und die Woche vom 8. bis 16. Oktober ist das klarste Argument, beide zu behalten.