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Die eigene Marke im KI-Modus von Google messen

Verlinkt, genannt oder angeklickt: drei verschiedene Ereignisse im KI-Modus. Was die Search Console zeigt, was fehlt und wie Sie Nennungen selbst erfassen.

Der KI-Modus ist Googles Suche im Gesprächsformat, und „im KI-Modus vorkommen“ klingt nach einem einzigen Zustand. Gemeint sind aber drei verschiedene Dinge. Ihre Website kann als Quelle neben einer Antwort verlinkt sein. Ihr Unternehmen kann im Antworttext genannt werden, mit oder ohne Link. Und ein Einkäufer kann nach dem Lesen zu Ihnen durchklicken. Jedes der drei Ereignisse wird anders gemessen, und nur für das erste liefert Google eigene Zahlen. Wer eine Marke im KI-Modus messen will, muss die drei zuerst auseinanderhalten.

Kurz vorweg: Für den Link gibt es inzwischen einen ordentlichen Bericht, für die Nennung nur Stichproben, für den Klick eine Summe, in der der KI-Modus nicht von der normalen Suche zu trennen ist.

Ein Bericht für zwei Funktionen

Nur der Link hat eine Quelle bei Google selbst. Am 3. Juni 2026 hat Google Berichte zur Leistung generativer KI in der Search Console angekündigt, zunächst für einen Teil der Websites; seit dem 31. August 2026 stehen sie laut einem Nachtrag allen zur Verfügung. Die Version für die Suche zählt Impressionen, also wie oft Links zu Ihrer Website in einer Funktion mit generativer KI gezeigt wurden, gegliedert nach Seite, Land, Gerät und Datum. Was der Bericht im Einzelnen erfasst, haben wir in Search Console und KI: Was der neue Bericht wirklich zählt durchgesehen.

Für den KI-Modus ist ein Punkt entscheidend: Er wird zusammen mit der Übersicht mit KI gezählt. Die Hilfeseite führt beide Funktionen im selben Bericht, ohne Filter zur Trennung. Dabei sind es zwei verschiedene Situationen. Die Übersicht mit KI ist eine Zusammenfassung über der Trefferliste, die niemand angefordert hat; der KI-Modus ist ein Gespräch, das der Nutzer bewusst begonnen hat. Im Bericht ergeben beide eine einzige Kurve.

Es fehlen außerdem Suchanfragen, Klicks und Nennungen ohne Link. Bei den Klicks hilft auch der übrige Bericht nicht weiter: Seit Juni 2025 erklärt Google, dass der KI-Modus in die Gesamtwerte der Search Console einfließt, im Leistungsbericht unter dem Suchtyp „Web“. Einen Filter, der ihn herauslöst, beschreibt die Dokumentation nicht. Ihr organischer Suchtraffic enthält den KI-Modus also längst, in einem Anteil, den Ihnen kein offizieller Bildschirm zeigt. Sinken die organischen Klicks, während die KI-Impressionen steigen, passt das zu Einkäufern, die lesen statt klicken. Es passt aber genauso zu Saisonalität oder einem neuen Wettbewerber.

Einen Vergleich mit Wettbewerbern bietet Google an anderer Stelle: Seit dem 16. September 2026 zeigen die KI-Leistungsdaten im Merchant Center den Anteil eines Händlers an Erwähnungen im Vergleich zu anderen Marken, auch im KI-Modus. Sie gelten nur für Unternehmen in Australien, Kanada, Indien, Neuseeland und den USA und nur für Produkte aus Shopping-Feeds. Ein Maschinenbauer aus Baden-Württemberg ist damit doppelt außen vor.

Verlinkt heißt noch nicht empfohlen

Ein Link ist eine URL Ihrer Website, die in oder neben einer Antwort erscheint. Laut Googles Dokumentation muss eine Seite dafür indexiert sein und mit einem Snippet in der Suche erscheinen dürfen; weitere technische Voraussetzungen gibt es nicht. Teilnahmeberechtigt heißt allerdings nicht ausgewählt.

Eine Nennung ist Ihr Firmenname im generierten Text. Sie kann ganz ohne Link zu Ihnen entstehen, etwa wenn die Antwort sich auf einen Händler, ein Branchenverzeichnis oder einen Fachartikel stützt, der über Sie schreibt. Für einen Zulieferer ist das oft das wichtigste Ereignis, denn wer eine Lieferantenliste anlegt, notiert Namen, keine URLs.

Ein Klick ist ein Besuch, der im KI-Modus begonnen hat. Er liegt am nächsten am Umsatz und lässt sich am schlechtesten isolieren.

Die drei bewegen sich unabhängig voneinander. Eine Ihrer Seiten kann unter einer Antwort verlinkt sein, die einen Wettbewerber empfiehlt. Sie können in einer Antwort genannt werden, die nur auf einen Marktplatz verlinkt. Jede Kennzahl, die sich „Sichtbarkeit im KI-Modus“ nennt, sollte offenlegen, welches der drei Ereignisse sie zählt.

Eine Sprache, drei Märkte: Deutschland, Österreich, Schweiz

Für Unternehmen, die im deutschsprachigen Raum verkaufen, hat der Bericht eine nützliche Eigenschaft. Die Länderdimension richtet sich danach, wo die Suche gestartet wurde, nicht nach der Sprache. Ein Einkäufer in Linz und einer in Winterthur suchen auf Deutsch, landen im Bericht aber unter Österreich und der Schweiz. Den KI-Modus gibt es in allen drei Ländern seit Oktober 2025, die Datenreihen beginnen also zur selben Zeit und lassen sich nebeneinanderlegen.

Daraus folgt eine Regel für eigene Stichproben. Sprache und Land sind zwei getrennte Einstellungen und gehören in zwei getrennte Spalten. Eine Messung auf Deutsch, durchgeführt aus München, sagt nichts Verlässliches darüber, was ein Schweizer Einkäufer sieht, auch wenn die Frage Wort für Wort gleich lautet. Lieferantenlandschaft, Händlernetz und die Quellen, auf die sich eine Antwort stützt, unterscheiden sich zwischen den drei Märkten. Wenn Sie in der Schweiz über einen Generalimporteur verkaufen, ist es durchaus plausibel, dass dort dessen Seiten verlinkt werden und Ihre nicht. Prüfen lässt sich das nur mit einer Stichprobe aus der Schweiz.

Warum jede Antwort im KI-Modus anders ausfällt

Selbst ein vollständiger Bericht würde ein bewegliches Ziel beschreiben, denn der KI-Modus hat nicht eine Antwort pro Frage. Vier Faktoren machen die Antwort persönlich, und Google dokumentiert alle vier selbst.

  • Das Gespräch. Der KI-Modus ist für Folgefragen gebaut, die im Kontext bleiben. Wer anders einsteigt, landet woanders, auch bei identischer letzter Frage.
  • Bevorzugte Quellen. Seit dem 27. Mai 2026 rollt Google die Funktion für bevorzugte Quellen auch im KI-Modus und in der Übersicht mit KI aus. Nutzer wählen damit Websites, von denen sie mehr sehen möchten.
  • Das Modell. Am 13. Oktober 2026 hat Google Gemini 4 Argon im KI-Modus für Abonnenten von Google AI Pro und Ultra freigegeben. Zahlende und nicht zahlende Nutzer fragen also nicht unbedingt dasselbe System, und Googles Beitrag sagt nicht, ob oder wann alle das Modell bekommen.
  • Das Fan-out. Laut Dokumentation können KI-Modus und Übersicht mit KI mehrere verwandte Suchen zu Unterthemen ausführen und zu einer Antwort zusammensetzen. Welche dieser unsichtbaren Suchen Ihre Seite findet, hängt von Formulierungen ab, die weder Sie noch der Einkäufer sehen.

Hinzu kommt der Kalender. Am 15. Oktober 2026 kündigte Google mehr Links im Antworttext von KI-Modus und Übersicht mit KI an, weiter oben platziert, dazu einen Test mit einem Bereich für offizielle Websites am Anfang mancher Antworten. Steigen Ihre Impressionen ab Mitte Oktober, kann das mehr mit Google zu tun haben als mit Ihnen. Führen Sie neben Ihren Zahlen ein datiertes Protokoll der Ankündigungen.

Nennungen von Hand zählen

Für die Nennung gibt es keinen Bericht. Der einzige direkte Weg ist, die Fragen selbst zu stellen und die Antworten festzuhalten, und zwar nach einem festen Verfahren:

  1. Zehn bis zwanzig Fragen formulieren, in den Worten eines Einkäufers aus dem jeweiligen Markt. Fragen, die ein Problem beschreiben („welcher Hersteller liefert Edelstahlflansche für Lebensmittelanlagen“), sagen mehr als Fragen mit Ihrem Firmennamen.
  2. Bedingungen festlegen und notieren: Land, Sprache der Oberfläche, angemeldet oder nicht, welches Konto, welches Abonnement. Immer nur eine Bedingung ändern.
  3. Jede Frage mindestens dreimal stellen, in neuen Sitzungen ohne vorheriges Gespräch.
  4. Drei Spalten getrennt führen: Wird Ihr Unternehmen genannt, wird Ihre Domain verlinkt, welche anderen Firmen werden genannt.
  5. Datieren und wiederholen, mindestens monatlich, mit denselben Fragen unter denselben Bedingungen.

Zwanzig Fragen, drei Durchläufe: sechzig Antworten pro Sitzung und Markt, an einem Nachmittag auszuwerten. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz also dreimal. Bequem ist das nicht, aber es ist der einzige Blick auf den KI-Modus, der Link und Nennung trennt.

Wo PSentry aufhört

PSentry misst weder den KI-Modus noch die Übersicht mit KI. Wir fragen vier Assistenten ab, ChatGPT, Claude, Gemini und Perplexity, in jeder Sprache und jedem Markt, in dem Sie verkaufen, zweimal im Monat. Gemini meint dabei den Assistenten, die Chat-Anwendung, also eine andere Oberfläche als den KI-Modus, auch wenn die Modelle verwandt sind. Den Unterschied erklärt Gemini ist nicht Google AI Mode.

Die Grenze ist gewollt. Die vier Assistenten sind dieselbe Art von Oberfläche, und ein gemeinsamer Fragensatz ergibt einen Vergleich, der etwas aussagt. Eine Suchoberfläche, die sich mit Konto, Gespräch und Abonnement ändert, würde daraus zwei unvereinbare Messungen machen.

Die Arbeitsteilung sieht daher so aus: Die Search Console zeigt, ob Ihre Seiten im KI-Modus und in der Übersicht mit KI verlinkt werden, Land für Land. Stichproben zeigen, ob Ihr Name in Antworten des KI-Modus vorkommt und neben wem. PSentry zeigt, ob die vier Assistenten Sie nennen, Sprache für Sprache, und welche Wettbewerber sie stattdessen nennen. Keines der drei ersetzt die anderen, und keines verändert, was die Antworten sagen.

Was danach meist gefragt wird

Warum sehe ich den Bericht zur generativen KI nicht?

Laut Googles Hilfeseite liegt das meist daran, dass die Website zu wenige Impressionen in Funktionen mit generativer KI erhalten hat oder von ihnen ausgeschlossen wurde. Auch das ist ein Befund.

Bedeutet ein Link im KI-Modus eine Empfehlung?

Nein. Ein Link heißt, dass Ihre Seite als unterstützendes Material gezeigt wurde. Der Satz daneben kann einen anderen Anbieter empfehlen. Genau deshalb gehören Links und Nennungen in getrennte Spalten.

Wie oft sollte ich Stichproben nehmen?

Monatlich als Untergrenze, dazu eine zusätzliche Sitzung nach jeder angekündigten Änderung am Modell oder an der Darstellung der Links. Häufiger als wöchentlich misst vor allem das Rauschen eines probabilistischen Systems.